| Technische Daten |
| Ausgangskontakte | 2 Wechsler |
| Baubreite | 22,5 mm |
| Gehäusebauform | Schaltschrank |
| Zeitfunktion(en) | Rückfallverzögert mit Steuersignal |
| Gerätetyp | MK 9962 |
| Variante |
| Kontaktbestückung | 2 Wechsler verzögert |
| Nennspannung | AC/DC 24 V + AC 220 - 240 V |
| Zeitbereich | 0,05 - 1 s |
| Variante | Rückfallverzögert, mit Steuersignal |
Das Dold Zeitrelais MK9962 AC/DC24V+AC220-240V 0,05-1S ist ein rückfallverzögertes Industrie-Zeitrelais aus der MINITIMER-Serie, das für zeitgesteuerte Anwendungen in Schaltschränken konzipiert ist. Es verfügt über eine 2-Spannungsausführung und ermöglicht die Steuerung von elektrischen Lasten mit einer verzögerten Rückstellung nach Abschalten des Steuersignals. Die Verzögerungszeit ist im Bereich von 0,05 bis 1 Sekunde stufenlos über einen Drehschalter einstellbar, wobei die Einstellung an einer Absolutskala erfolgt. Die Wiederholgenauigkeit beträgt ≤ ± 1 %, was eine präzise und reproduzierbare Zeitsteuerung gewährleistet.
Einsatzbereiche
Das Relais eignet sich für zeitabhängige Steuerungen in industriellen Anlagen, beispielsweise zur Verzögerung von Abschaltvorgängen, zur Sicherung von Anlauf- oder Abklingphasen in Maschinensteuerungen oder zur Anzeige von Betriebszuständen. Die Ansteuerung erfolgt potentialfrei über die Klemmen B1/B2, wodurch eine galvanische Trennung zu den Betriebsspannungsanschlüssen A1/A2/A3 nicht vorhanden ist. Die Betriebsspannung wird an den Klemmen A3–A2 (AC/DC 24 V) und A1–A2 (AC 220–240 V) zugeführt.
Funktionen und Ausstattung im Detail
Das Gerät verfügt über zwei Wechsler als Ausgangskontakte, die verzögert schalten. Die Kontaktbestückung besteht aus zwei Wechslerkontakten, die jeweils aus einem Öffner und einem Schließer bestehen. Die Kontakte sind aus AgSnO₂ gefertigt, was eine hohe Schaltfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit gewährleistet. Die Bemessungsbetriebsspannung beträgt AC 250 V, und der thermische Strom Ith ist mit 5 A angegeben. Die elektrische Lebensdauer liegt bei 5 × 10⁵ Schaltspiele bei 5 A und AC 230 V, die mechanische Lebensdauer bei 30 × 10⁶ Schaltspiele. Die maximale zulässige Schalthäufigkeit beträgt 6000 Schaltspiele pro Stunde.
Technik verständlich erklärt
Beim Aktivieren des Steuersignals an B1/B2 zieht das Relais an, und die Ausgangskontakte schalten in die eingeschaltete Position. Sobald das Steuersignal entfernt wird, beginnt der Zeitablauf. Nach Ablauf der eingestellten Verzögerungszeit (0,05–1 s) schaltet das Relais in die Ruhelage zurück. Die Zeitverzögerung wird über einen stufenlosen Drehschalter eingestellt, der eine einfache und präzise Anpassung ermöglicht. Die Mindesteinschaltzeit beträgt 20 ms, die Wiederbereitschaftszeit etwa 5 ms. Die Spannungseinflusswerte liegen bei ≤ ± 0,5 %, der Temperatureinfluss bei < ± 0,1 %/K, was eine hohe Stabilität unter variierenden Betriebsbedingungen sichert.
Kompatibilität und Zubehör
Das Relais ist für den Einsatz in Schaltschränken ausgelegt und hat eine Baubreite von 22,5 mm. Es entspricht der Norm EN 61812-1 für Zeitrelais. Die Ansteuerung erfolgt über potentialfreie Kontakte, wobei die Steuereingänge B1/B2 elektrisch mit den Betriebsspannungsanschlüssen verbunden sind. Die Betriebsspannung kann entweder AC/DC 24 V (an A3–A2) oder AC 220–240 V (an A1–A2) betragen. Die Zulassungen umfassen eine Überspannungskategorie III und eine Isolationsprüfspannung von 2,5 kV bei einer Verschmutzungsgradklasse 2.
Montage und Installation
Das Gerät wird in Standard-Schaltschränken montiert, wobei die Baubreite von 22,5 mm die Einbaukompatibilität mit anderen Bauelementen gewährleistet. Die Anschlussklemmen sind klar beschriftet: A1/A2/A3 für die Betriebsspannung, B1/B2 für den Steuereingang, 15/16/18 und 25/26/28 für die beiden Wechslerkontakte. Die Montage erfolgt über Schraubklemmen, die eine sichere Verbindung gewährleisten. Die Betriebstemperatur liegt zwischen -20 °C und +60 °C, die Lagerungstemperatur ebenfalls zwischen -20 °C und +60 °C. Die Betriebshöhe ist auf ≤ 2000 m begrenzt.
Vorteile im Betrieb
Die einfache Bedienung und die Fehlerdiagnose durch zwei integrierte LEDs – eine für die Ansteuerung (obere LED) und eine für die Kontaktstellung (untere LED) – erleichtern die Inbetriebnahme und Wartung. Die LEDs leuchten bei aktivem Steuersignal bzw. bei geschlossenen Ausgangskontakten. Die hohe Wiederholgenauigkeit und die geringe Abhängigkeit von Spannungs- und Temperaturschwankungen sorgen für zuverlässige Betriebsergebnisse. Die EMV-Prüfungen gemäß IEC/EN 61000-4-2 bis -4-5 gewährleisten eine robuste Funktionsfähigkeit in elektromagnetisch belasteten Umgebungen.