| Technische Daten |
| Ausgangskontakte | 2 Wechsler |
| Baubreite | 22,5 mm |
| Gehäusebauform | Schaltschrank |
| Zeitfunktion(en) | Ansprechverzögert |
| Gerätetyp | MK 9906N/600 |
| Variante |
| Klemmenart | Feste Schraubklemmen |
| Kontaktbestückung | 2 Wechsler |
| Nennspannung | AC 230 V |
| Zeitbereich | 1,5 - 30 s |
| Zulassungen und Kennzeichen | UKCA |
Das
Zeitrelais MK9906N/600 von Dold ist ein ansprechverzögertes Steuergerät für den Einsatz in industriellen Schaltschränken. Es dient zur zeitverzögerten Schaltung von Geräten und Steuerungen, wobei die Verzögerungszeit stufenlos über einen großen Bereich eingestellt werden kann. Die Anwendung umfasst beispielsweise die Berücksichtigung des individuellen Anlaufverhaltens von Anlagenteilen wie Motoren, um Schaltvorgänge zu optimieren und mechanische Belastungen zu reduzieren.
Einsatzbereiche
Das Gerät ist für den Einsatz in industriellen Steuer- und Schaltanlagen konzipiert, insbesondere in Anlagen, bei denen eine zeitgesteuerte Aktivierung von Komponenten erforderlich ist. Typische Einsatzfälle sind die Steuerung von Pumpen, Lüftern, Beleuchtungssystemen oder anderen elektrischen Lasten, bei denen ein sofortiges Einschalten nicht gewünscht oder technisch nicht sinnvoll ist. Die Verwendung in Schaltschränken ermöglicht eine modulare Integration in bestehende Anlagen.
Funktionen und Ausstattung im Detail
Das Zeitrelais verfügt über eine
ansprechverzögerte Funktion, bei der der Ausgang erst nach Ablauf der eingestellten Verzögerungszeit aktiviert wird. Die Verzögerungszeit kann im Bereich von 1,5 bis 30 Sekunden stufenlos über einen Drehschalter eingestellt werden. Die Einstellung erfolgt an einer
Absolutskala, was eine präzise und reproduzierbare Wiederholung der Einstellung ermöglicht. Die
Wiederholgenauigkeit beträgt ≤ ± 0,5 % vom Skalenendwert, was eine hohe Genauigkeit bei wiederholten Schaltvorgängen gewährleistet.
Zur visuellen Überwachung des Betriebszustands sind
LED-Anzeigen integriert: Die obere LED leuchtet bei anliegender Betriebsspannung, die untere LED zeigt an, wenn der Ausgangsrelaiskontakt (15–18) geschlossen ist. Dies ermöglicht eine schnelle Diagnose des Betriebszustands ohne zusätzliche Messgeräte.
Technik verständlich erklärt
Das Gerät wird mit einer
Nennspannung von AC 230 V betrieben, wobei der Spannungsbereich zwischen 0,8 und 1,1-facher Nennspannung liegt. Die Rückfallspannung beträgt 15 % der Nennspannung, was eine zuverlässige Rückstellung des Relais auch bei Spannungsschwankungen gewährleistet. Die
Nennfrequenz beträgt 50/60 Hz, mit einem Toleranzbereich von ±5 %. Der
Nennverbrauch liegt bei 8,5 VA. Die
Rückfallzeit des Ausgangsrelais beträgt 30 ms, was eine schnelle Reaktion bei Abschaltung ermöglicht.
Die
Ausgangskontakte bestehen aus zwei Wechslern (2 C/O), die aus einem Kontaktwerkstoff aus AgSnO₂ gefertigt sind. Die
Bemessungsbetriebsspannung beträgt AC 250 V. Das Relais kann als Schließer bis zu 3 A bei AC 230 V und als Öffner bis zu 1 A bei AC 230 V belastet werden. Die
elektrische Lebensdauer beträgt bei 3 A und AC 230 V mindestens 500.000 Schaltspiele, die
mechanische Lebensdauer über 30 Millionen Schaltspiele. Die
zulässige Schalthäufigkeit beträgt 6000 Schaltspiele pro Stunde.
Kompatibilität und Zubehör
Das Gerät ist für den Einsatz mit
Zweidraht-Initiatoren geeignet, was eine flexible Ansteuerung ermöglicht. Die
Klemmenart besteht aus festen Schraubklemmen, die für Leiterquerschnitte von 2 x 1,5 mm² Litze mit Hülse und Kunststoffkragen oder 2 x 2,5 mm² massiv nach DIN 46228-1/-2/-3/-4 ausgelegt sind. Optional sind steckbare Anschlussblöcke verfügbar, die einen schnellen Geräteaustausch ermöglichen. Die
Baubreite beträgt 22,5 mm, was eine kompakte Montage in Standard-Schaltschränken ermöglicht.
Montage und Installation
Das Gerät ist für den Einbau in Schaltschränke ausgelegt und wird mittels Schraubklemmen angeschlossen. Die Montage erfolgt in einem Schaltschrank, wobei die Umgebungstemperatur zwischen -20 °C und +60 °C liegen darf. Die Lagerung ist bei -25 °C bis +65 °C möglich. Die relative Luftfeuchte darf bei 40 °C 93 % nicht überschreiten. Die Betriebshöhe ist auf maximal 2000 m über Meeresspiegel begrenzt.
Vorteile im Betrieb
Die
hohe Wiederholgenauigkeit und die stufenlose Einstellung der Verzögerungszeit ermöglichen eine präzise und reproduzierbare Steuerung. Die integrierten LED-Anzeigen erleichtern die Inbetriebnahme und Wartung. Die Verwendung von zwei Wechslern bietet Flexibilität bei der Schaltung. Die
Zulassung UKCA bestätigt die Konformität mit den geltenden europäischen Sicherheits- und Funktionsanforderungen. Die
Überspannungskategorie III und die
Isolationsprüfspannung von 2,5 kV gewährleisten eine hohe Sicherheit bei der Installation in industriellen Umgebungen.
Schutzart und Umgebungsbedingungen
Das Gehäuse hat eine
Schutzart IP 40, was Staub- und Berührungsschutz gegen feste Fremdkörper bis 1 mm gewährleistet. Die Klemmen sind mit
IP 20 geschützt, was einen Schutz gegen Berührung mit Fingern bietet. Die Betriebstemperatur liegt zwischen -20 °C und +60 °C, die Lagerungstemperatur zwischen -25 °C und +65 °C. Die relative Luftfeuchte darf bei 40 °C 93 % nicht überschreiten. Die Betriebshöhe ist auf 2000 m begrenzt.
EMV- und Sicherheitsanforderungen
Das Gerät erfüllt die Anforderungen der
EMV-Richtlinie und ist für die
Überspannungskategorie III ausgelegt. Die Prüfspannung beträgt 2,5 kV für 1 Minute. Die
Funkentstörung entspricht der Klasse B nach EN 55011. Die
Statische Entladung (ESD) beträgt 8 kV (Luftentladung), die
HF-Einstrahlung 10 V/m im Bereich 80 MHz bis 2,7 GHz. Die
Schnelle Transienten betragen 4 kV, die
Stoßspannung zwischen Versorgungsleitungen 1 kV und zwischen Leitung und Erde 2 kV. Die
HF-leitungsgeführte Störung beträgt 10 V.
Allgemeine Daten
Das Gerät ist für
Dauerbetrieb ausgelegt. Die
Baubreite beträgt 22,5 mm. Das Gehäuse besteht aus Thermoplast mit V0-Verhalten gemäß UL 94. Die
Vibrationssicherheit ist nach DIN EN 60068-2-6 geprüft. Die
Isolationsklasse beträgt 2, die
Bemessungsstoßspannung 4 kV. Die
Verschmutzungsgrad beträgt 2. Die
Kriechstrecke und
Luftstrecke entsprechen den Anforderungen der IEC/EN 60664-1.
Zulassungen und Kennzeichen
Das Gerät trägt das
UKCA-Zeichen, was die Konformität mit den geltenden europäischen Sicherheits- und Funktionsanforderungen bestätigt. Die Norm
EN 61812-1 für Zeitrelais ist eingehalten. Die
Überspannungskategorie III und die
Isolationsprüfspannung von 2,5 kV gewährleisten eine hohe Sicherheit bei der Installation in industriellen Umgebungen.
Anwendungen
Das Zeitrelais wird in industriellen Steuerungen eingesetzt, um zeitverzögerte Schaltvorgänge zu realisieren. Beispiele sind das Anlassen von Motoren, die Steuerung von Pumpen oder Lüftern, die zeitgesteuerte Beleuchtung oder die Abstimmung von Prozessschritten in Fertigungsanlagen. Die stufenlose Einstellung der Verzögerungszeit ermöglicht eine individuelle Anpassung an die jeweiligen Anforderungen.