Tranceiver-Module
Die meisten Switche und Router können durch wenige Umstände mit alternativen Steckverbindungen erweitert werden. Hier eignen sich sog. Transceiver-Module besonders gut. Bei der Wahl ihres Moduls sollten Sie aber auf Bauweise, die die Übertragungsgeschwindigkeit bestimmt, und die Übertragungsreichweite achten. Hier erfahren Sie, unter welchen Aspekten sich Tranceiver unterscheiden und worauf Sie beim Kauf Wert legen sollten.
Im Vergleich zu früheren Zeiten, in denen ein Wechsel der Netzwerktechnik mit enormen Umständen verbunden war, ist dieser Prozess heute mit der Installation eines Tranceiver-Modul wesentlich vereinfacht. Mit diesem Modul, das nicht größer als ein Feuerzeug ist, konvertiert man Ethernet-Switch einfach und schnell in ein Glasfaser-Gerät. Der Sinn davon liegt darin, ein Netzwerk aufzubauen, das in Bezug auf Reichweite und Geschwindigkeit wesentlich verbessert ist, als das ursprüngliche Kupfernetzwerk.
Das richtige Tranceiver-Modul
Jedoch ist auf Unterschiede zwischen verschiedenen Tranceiver-Modulen zu achten, da nicht jedes Modul in jeden Switch oder Netzwerkadapter passt. Zudem gibt es auch große Verschiedenheiten in unterstützen Datenraten, also 1, 10, 40 oder 100 Gigabit. Auch bei der Wahl der Kabel gibt es vieles zu beachten.
Die schon etwas älteren GBIC-Module verfügen über 2 Buchsen und werden überwiegend in Backbones und SAN-Komponenten verwendet. Je nach Bauweise kommen Kupfer und Glasfaser als Übertragungsmedium in Betracht die bis zu 1000 Mbit/s unterstützen.
Etwas kleiner sind SFP-Module (Small Form-factor Pluggable) mit nur einer Steckverbindung. Diese bieten allerdings mögliche Übertragungsraten von bis zu 8 Gbit/s. Zusätzlich sind alle auf SFP basierenden Module hot-swap-fähig.
Die Verbesserung von SFP nennt sich SFP+ und ist für 10 Gbit/s Komponenten geeignet. Solche Tranceiver finden sich vor allem bei iSCSI-Anwendungen (internet Small Computer System Interface) wieder.
Soll es noch schneller werden sollte die Wahl auf QSFP-Module (Quad Small Form-factor Pluggable) fallen, da diese Bandbreiten von bis zu 40 Gbit/s unterstützen. Diese Tranceiver sind allerdings etwas größer als SFP und SFP+ Module.
Die Weiterentwicklung von SFP+ wiederum nennt sich XFP und zeichnet sich durch einen kleineren Formfaktor und einen effizienteren Betrieb aus. Mit diesem Modul können 10Gbit/s über Fiber oder Ethernet übertragen werden.
Vorteile von kompatiblen Tranceiver-Modulen
Neben Markenherstellen wie Cisco, Netgear und HP gibt es aber auch viele Alternativhersteller, deren Produkte sich kaum von den großen Marken unterscheiden. Was Sie allerdings beachten sollten ist, dass ein Großteil der Hersteller von Tranceiver-Modulen die benötigten Komponenten nicht selbst produziert, sondern diese über dieselben Zulieferer bezieht wie No-Name Hersteller. Im Endeffekt ist in den Marken- und No-Name Produkten meist die exakt gleiche Hardware verbaut. Die Unterschiede finden sich nur im Logo und der herstellerspezifischen Codierung des Geräts, welche aber bei Qualitätsherstellern oftmals besser für das Gerät optimiert ist. Dabei betragen die Preise für Marken-Tranceiver oft vielfaches von den Produkten der No-Name Hersteller, trotz, dass beide Produkte 100% identische Hardware haben. Diese Preisunterschiede können manchmal bis zu 90% betragen. Wenn Sie nicht an einen bestimmten Marken-Hersteller gebunden sind, ist es zu empfehlen, einen hardwareidentischen No-Name-Tranceiver in Betracht zu ziehen.
Auch nicht-Marken-Hersteller verfügen über das CFP Multi-Source Agreement (MSA) um vollständige Kompatibilität zwischen Tranceivern und anderen Netzwerkkomponenten verschiedener Hersteller zu gewährleisten. Damit ist 100%ige Zuverlässigkeit und Austauschbarkeit ihrer Netzwerkhardware gegeben. Haben Sie also ein Produkt erworben, dass über ein MSA Zertifikat verfügt, können Sie sich sicher sein, dass Ihr kompatibler Tranceiver zusammen mit Ihrer restlichen Netzwerkhardware einwandfrei funktioniert.
Korrekter Zusatz für benötigte Reichweite
Bei der Wahl des Tranceiver-Moduls kommt es aber nicht nur auf die mögliche Datenrate an, sondern auch auf die maximale Reichweite. Um Module mit versch. Reichweiten zu kennzeichnen wurden versch. Bezeichnungen dafür entwickelt:
- SX: 500 m Reichweite bei 50/125er Glasfaser, 220 m bei 62,5/125er Glasfaser
- LX: 10 km Reichweite bei 9/125er Glasfaser
- EX: 40 km Reichweite bei 9/125er Glasfaser
- ZX: 80 km Reichweite bei 9/125er Glasfaser
- EZX: 120 km Reichweite bei 9/125er Glasfaser
- BX: 10 km Reichweite bei 9/125er Glasfaser
