Magnetbandtechnik

Das Magnetband:

Das Magnetband folgte der Aufzeichnung auf gewickeltem Draht.
Es besteht aus einem Trägermaterial, welches mit einem magnetisierbaren Stoff beschichtet wird (z.B. Eisen) um etwas darauf zu speichern. Anfangs noch aus Papier, wurde es vom genialen Ingenieur (und Erfinder des Tonbands selbst) Fritz Pfleumer mit Eisenpulver beklebt (bzw. bepudert). Das war die Grundlage, jedoch mit vielen Schwächen – deshalb wurde es stetig verbessert. Doch aus Papier war nicht viel herauszuholen, deshalb wurden schnell Versuche mit Kunststoffähnlichen Bildern gemacht. Auch das Beschichtungsmaterial wurde verändert und verbessert. Anfangs gab es noch schwarzes Band mit sogenanntem Magnetit (Carbonyl) danach Bänder mit rotem Magnetit ( Eisenoxid Fe²O³). Auch die Breite der Bänder hatte sich laufend verändert, anfangs betrug sie etwa 6.5 mm später dicker, dann wieder dünner.

Die eigentliche Magnetbandtechnik hatte ihren Anfang bei der AEG in Berlin 1932 als der junge Dipl. Ing. Eduard Schüller einen von damaligen Wechselstrom-Trafos bekannten eisernen Ringkern aufsägte. Die durch einen Strom in der kleinen Spule entstehende Induktion erzeugte nun im aufgesägten Spalt ein Magnetfeld. Am Spalt wird nun ganz gleichmäßig das beschichtete Tonband vorbeigeführt. Das war das Prinzip des ersten Vollspur Tonkopfs der Welt. Und das Prinzip von damals wird heute immernoch angewendet! Wenn auch wesentlich feiner und besser ausgereift.

 

 

 

 



Aufzeichnung auf Magnetband

Die Ingenieure von AEG in Berlin entwickelten ihr Tonbandgerät K1 basierend auf dieser Technik und stellten es im August 1935 auf der Berliner Funkausstellung aus. Trotz der 6.5mm Papierbandtechnik war das K1 eine Weltneuheit. Es bestand nämlich nur aus drei Koffern – Tontechnik, und das auch noch transportabel! Die Anwesenden Besucher waren völlig perplex von der Möglichkeit, seine Stimme aufnehmen zu können, danach einfach zurückzuspulen und seine Stimme nochmal zu hören. Das K2 konnte endlich auf Kunststoffbänder zurückgreifen was die Zuverlässigkeit enorm erhöhte. 1936 fand dann die weltweit erste Aufnahme eines Konzerts auf Band statt – Eine Premiere! Das Orginalband ist heute noch relativ gut erhalten.

Ein weiterer Meilenstein ereignete sich, als 2 Ingenieure 1940 das Prinzip der HF-Vormagnetisierung durch Zufall entdeckten.
Das Prinzip dahinter: Die Eisenteilchen waren einfach zu träge auf dem Band, durch die Standardaufzeichnung blieb immer ein nerviges Rauschen zurück.
Durch Vormagnetisierung, also Aufwirbeln der Teile, konnte die anschließende "korrekte" Magnetisierung besser erfolgen. Die Qualität der Aufzeichnungen erlebte dadurch einen riesigen Sprung nach vorne. Ende der 40er kamen erste Halbtonspurgeräte auf, die doppelte Spiellänge bei gleicher Bandlänge ermöglichten. nach Bandende der Aufzeichnung wurde das Band einfach umgedreht und auf der zweiten Spur beschrieben. Das rief nun erstmals das Problem des Übersprechens auf den Plan:
Durch unsaubere Aufzeichnung oder Bandführung hörte man "beide Spuren" und es kam zu übersprechen.
Mag das in der Tonbandtechnik noch verzeilich sein, ist selbiges in der Datenaufzeichung tödlich. Später kam dann auch noch das Viertelspursystem hinzu. Doch bis zur heutigen Technik der Datenaufzeichnung mit 600 oder mehr Spuren mit Daten von über 1000GB auf Band, sollte es noch ein weiter Weg sein. Die nächste grandiose Entwicklung waren dann die Bandkassetten.

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