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DVI-Stecker und DVI-Anschluss: Varianten, Pinbelegung und Auflösungen

DVI-A, DVI-D und DVI-I in Single- und Dual-Link — kompakt erklärt

Was ist ein DVI-Stecker?

DVI-Stecker (Digital Visual Interface) mit 24-Pin-Matrix und Flat Pin

Der DVI-Stecker ist das Ergebnis der DDWG (Digital Display Working Group), einer Task-Force der Firmen Fujitsu, HP, IBM, NEC, Silicon Image, Compaq und Intel. Das Ziel war, eine universelle, digitale Schnittstelle zur Übertragung von Bildsignalen zwischen Grafikkarte und Monitor zu schaffen. Der Standard DVI (Digital Visual Interface) wurde 1999 eingeführt und hat die analoge VGA-Schnittstelle in weiten Teilen abgelöst.

DVI überträgt je nach Ausführung rein analoge, rein digitale oder gemischte Bildsignale. Obwohl DisplayPort und HDMI heute dominieren, sind DVI-Anschlüsse in vielen professionellen Umgebungen, bei älteren Monitoren und auf zahlreichen Grafikkarten nach wie vor vorhanden.

Wie ist ein DVI-Stecker aufgebaut?

Der DVI-Stecker ist ein rechteckiger Mehrpolstecker mit bis zu 24 Signalpins plus einem flachen „Flat Pin“ für das analoge Massesignal. Die Pinbelegung zeigt, welche Signale auf welchem Kontakt anliegen:

Pinbelegung DVI-Stecker: TMDS-Datenleitungen (0, 1, 2, Clock) für digitales Bildsignal sowie analoge RGB-Kontakte (rot/grün/blau) und Masse-Flat-Pin

Die 24 digitalen Pins sind in einer 3×8-Matrix angeordnet und übertragen die TMDS-Signale (Transition Minimized Differential Signaling). Die vier „Cross“-Pins um den flachen Pin herum sind für das analoge RGB-Signal reserviert. Der Flat Pin selbst dient als analoge Masse. Welche dieser Pins tatsächlich belegt sind, hängt von der konkreten DVI-Variante ab.

Anschlussarten – DVI-A, DVI-D, DVI-I

DVI gibt es in fünf mechanisch unterschiedlichen Ausführungen: DVI-A (rein analog), DVI-D Single-Link und Dual-Link (rein digital), sowie DVI-I Single- Link und Dual-Link (analog & digital kombiniert). Die folgende Übersicht zeigt die Unterschiede in der Pin-Konfiguration auf einen Blick:

Übersicht DVI-Steckervarianten: DVI-A (analog), DVI-D Single-Link und Dual-Link (digital), DVI-I Single-Link und Dual-Link (analog + digital kombiniert)

Variante Signal Pins Max. Auflösung
DVI-Anur analog (RGB)171920×1200 @ 60 Hz
DVI-D Single-Linknur digital191920×1200 @ 60 Hz
DVI-D Dual-Linknur digital252560×1600 @ 60 Hz / 1920×1080 @ 144 Hz
DVI-I Single-Linkanalog & digital231920×1200 @ 60 Hz
DVI-I Dual-Linkanalog & digital292560×1600 @ 60 Hz

DVI-A — rein analog

DVI-A überträgt nur das analoge Bildsignal — faktisch dasselbe, was auch ein VGA-Anschluss liefert, nur in einem anderen Steckerformat. DVI-A zu VGA-Adapter sind passiv und funktionieren ohne Signalwandlung. Heute ist DVI-A selten anzutreffen.

DVI-D — rein digital

DVI-D überträgt ausschließlich digitale TMDS-Signale und ist damit die Variante, die die meisten aktuellen Monitore unterstützen. DVI-D ist elektrisch mit HDMI kompatibel — passive Adapter DVI-D auf HDMI funktionieren in beide Richtungen, da das Bildsignal identisch ist (HDMI überträgt zusätzlich Audio und ist abwärtskompatibel zu DVI).

DVI-I — integriert, analog und digital

DVI-I kombiniert beide Signalformen im selben Stecker. Damit ist es möglich, einen Monitor wahlweise digital oder analog anzuschließen. Welche Art von Signal ein Monitor tatsächlich nutzt, wird per Handshake ausgehandelt.

Single-Link vs. Dual-Link

Ein Single-Link-DVI nutzt einen TMDS-Kanal mit 3,96 Gbit/s, was für Auflösungen bis 1920×1200 bei 60 Hz ausreicht. Dual-Link aktiviert einen zweiten, parallelen TMDS-Kanal und verdoppelt damit die Bandbreite. Erst dadurch werden Auflösungen wie 2560×1600 bei 60 Hz oder 1920×1080 bei 120–144 Hz möglich. Wichtig: Ein Dual-Link-Kabel braucht zusätzliche belegte Pins; ein passives Single-Link-Kabel liefert auf Dual-Link-Anschlüssen nur die reduzierte Auflösung.

DVI vs. HDMI vs. DisplayPort

HDMI ist elektrisch mit DVI-D kompatibel — Adapter sind passiv und verlustfrei. HDMI überträgt zusätzlich Audio, Ethernet und CEC-Steuerung.
DisplayPort arbeitet mit einem anderen, paketbasierten Protokoll und benötigt für DVI-Adapter einen aktiven Wandler (DP++ markiert passive Kompatibilität). DisplayPort bietet deutlich höhere Auflösungen (4K, 8K) und Bildraten (240 Hz+).
VGA (analog) ist mit DVI-A und DVI-I kompatibel, mit DVI-D dagegen nur über einen aktiven Digital-zu-Analog-Wandler.

Kabelauswahl in der Praxis

  • Für Full-HD-Monitore (1920×1080) reicht ein DVI-D Single-Link-Kabel.
  • Für WQHD (2560×1440) oder 120–144 Hz bei Full HD benötigst du zwingend ein Dual-Link-Kabel.
  • Für den Anschluss an HDMI reicht ein DVI-D → HDMI-Adapter oder -Kabel — Audio wird dabei nicht übertragen.
  • Ein DVI-I → VGA-Adapter funktioniert nur, wenn die Quelle tatsächlich DVI-I mit Analog-Anteil liefert.
  • Kabellängen bis 5 m sind problemlos; darüber sollte zu hochwertigen oder aktiven Kabeln gegriffen werden.

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Häufige Fragen zu DVI

Was ist der Unterschied zwischen DVI-D und DVI-I?

DVI-D überträgt ausschließlich digitale Signale, DVI-I enthält zusätzlich die vier analogen RGB-Pins und kann damit auch VGA-kompatibel betrieben werden.

Brauche ich für 144 Hz ein Dual-Link-DVI-Kabel?

Ja. Für 1920×1080 bei 120 Hz oder 144 Hz reicht die Bandbreite von Single-Link nicht aus. Dual-Link verdoppelt die Bandbreite und ermöglicht hohe Bildraten bei Full HD oder 2560×1600 bei 60 Hz.

Kann ich DVI-D an HDMI anschließen?

Ja, direkt mit einem passiven Adapter oder Adapterkabel. DVI-D und HDMI verwenden dasselbe TMDS-Protokoll. Audio wird über DVI jedoch nicht übertragen.

Funktioniert DVI-A auf VGA?

Ja, passiv mit Adapter. DVI-A liefert dasselbe analoge RGB-Signal wie VGA, nur in einem anderen Stecker. Dasselbe gilt für DVI-I, weil dieses die analogen Pins enthält.

Welche Auflösung maximal über DVI?

Single-Link: 1920×1200 @ 60 Hz. Dual-Link: 2560×1600 @ 60 Hz oder 1920×1080 @ 144 Hz. Höhere Auflösungen (4K, 5K) sind mit Standard-DVI nicht möglich — dafür werden HDMI 2.0+ oder DisplayPort benötigt.

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