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DisplayPort — bis 80 Gbit/s für 16K-Auflösung

Der VESA-Standard für digitale Bildübertragung am PC — mit MST, Adaptive-Sync und USB-C Alt-Mode

DisplayPort Stecker mit 20 Pins und charakteristischer asymmetrischer Verriegelung am Gehäuse

DisplayPort (DP) ist ein 2006 von der VESA (Video Electronics Standards Association) eingeführter digitaler Bildschirmstandard und in der PC-Welt der Quasi-Standard für Monitor-Anschluss. Anders als HDMI arbeitet DisplayPort mit einem paketbasierten Mikropacket-Protokoll — das macht ihn flexibler und erlaubt unter anderem das Daisy-Chaining mehrerer Monitore an einem einzigen Kabel.

Heute ist DisplayPort in seiner Version 2.1 mit 80 Gbit/s Bandbreite der schnellste digitale Bildschirmanschluss am Markt. Bei Auflösungen jenseits 4K, Bildraten von 240 Hz und Multi-Monitor-Setups ist er HDMI klar voraus — weshalb Workstation-Hersteller, Gaming-Marken und der gesamte e-Sport-Bereich fast ausschließlich auf DisplayPort setzen.

DisplayPort-Versionen im Detail

Version Jahr Bandbreite Max. Auflösung Wichtige Neuerungen
1.0 / 1.12006/20078,64 Gbit/s2560 × 1600 @ 60 HzErste Version, HDCP 1.3
1.2201017,28 Gbit/s4K @ 60 HzMST (Multi-Stream), Mini-DP, 3D, Über-Kopf-Audio
1.3201425,92 Gbit/s5K @ 60 HzHDR-Vorbereitung, USB-C Alt-Mode
1.4201632,4 Gbit/s8K @ 60 Hz (mit DSC)HDR10, DSC 1.2 (Display Stream Compression), Forward Error Correction
1.4a201832,4 Gbit/s8K @ 60 HzDSC 1.2a, mehr HDR-Profile
2.0 / 2.12019/202280 Gbit/s16K @ 60 Hz / 8K @ 120 Hz / 4K @ 240 HzUHBR 10/13.5/20, Panel-Replay, USB4-Tunneling

⚠ Cable-Standard ist wichtig: Selbst wenn die Quelle DisplayPort 2.1 unterstützt, benötigt man ein UHBR-zertifiziertes Kabel für die volle Bandbreite. UHBR 10 (40 Gbit/s), UHBR 13.5 (54 Gbit/s) und UHBR 20 (80 Gbit/s) müssen explizit auf dem Kabel ausgewiesen sein. Ein altes DP-Kabel läuft trotzdem, dann aber nur in 1.4-Geschwindigkeit.

Stecker-Varianten

Standard DisplayPort

20-polig, 16,1 × 4,8 mm. Mit Verriegelungs-Klemme, die das versehentliche Herausziehen verhindert. Standard auf Desktop-PCs, Workstations, Profi-Monitoren.

Mini-DisplayPort (mDP)

Kompakter, 7,5 × 4,5 mm, sonst elektrisch identisch. Ab 2008 von Apple eingeführt, später VESA-standardisiert. Heute fast nur noch auf einigen Workstation-Notebooks und Wechselrahmen-Karten.

USB-C mit DP Alt-Mode

Mit DisplayPort 1.3 wurde der Alt-Mode eingeführt: USB-C-Stecker überträgt DP-Signal ohne Adapter — das ist die Grundlage für moderne Notebooks (XPS, MacBook, Lenovo X1) und Smartphone-Docks.

MST — Multi-Monitor über ein Kabel

Eine der größten Praxis-Vorteile von DisplayPort gegenüber HDMI ist MST (Multi-Stream Transport): Ein DP-Ausgang am PC kann zwei oder drei Monitore in Serie versorgen, indem der erste Monitor das Signal weiterreicht. Voraussetzung:

  • Quelle (Grafikkarte) unterstützt MST — alle aktuellen NVIDIA-/AMD-/Intel-GPUs tun das
  • Erster Monitor hat einen MST-Ausgang oder ein MST-Hub wird zwischengeschaltet
  • Bandbreite reicht für die Summe aller Monitore (z. B. 2× 4K @ 60 Hz braucht DP 1.4 als Minimum)

Praktischer Anwendungsfall: Ein Notebook mit nur einem USB-C-Anschluss versorgt über MST-Hub direkt zwei oder drei Externe Monitore am Schreibtisch — ohne Docking-Station mit eigener GPU.

Adaptive-Sync — FreeSync und G-Sync Compatible

DisplayPort 1.2a hat Adaptive-Sync als Teil der VESA-Spezifikation eingeführt. Damit synchronisiert der Monitor seine Bildwiederholrate dynamisch mit der Frame-Rate der Grafikkarte. Das eliminiert Tearing und Mikro-Ruckler beim Gaming.

  • AMD FreeSync: AMDs Marketing-Name für Adaptive-Sync über DP. Lizenzfrei.
  • NVIDIA G-Sync Compatible: NVIDIA hat Adaptive-Sync 2019 zusätzlich zu seiner proprietären G-Sync-Lösung freigegeben. Funktioniert auf den meisten FreeSync-Monitoren.
  • NVIDIA G-Sync (Hardware): Eigenes Modul im Monitor, etwas teurer aber mit zusätzlichen Features (Variable Overdrive). Funktioniert nur an NVIDIA-Karten.

DisplayPort vs. HDMI — Wann welcher Anschluss?

Kriterium DisplayPort 2.1 HDMI 2.1
Max. Bandbreite80 Gbit/s48 Gbit/s
Max. Auflösung16K @ 60 Hz8K @ 60 Hz
Multi-Monitor pro KabelJa (MST)Nein
Audio-RückkanalNeineARC
VerriegelungJa (Klemme)Nein (Reibungssitz)
Adaptive-SyncStandardVRR (eigener Standard)
HauptanwendungPC-Monitor, Workstation, GamingTV, Beamer, Konsole, Soundbar

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Häufig gestellte Fragen

Welches DP-Kabel für 4K @ 240 Hz?

DisplayPort 2.1 mit UHBR 13.5 oder UHBR 20-Kabel. Ein DP 1.4-Kabel mit DSC schafft 4K @ 144 Hz. Für 240 Hz native (ohne Kompression) ist UHBR 20 Pflicht.

Funktioniert DP an einem HDMI-Monitor?

Mit Adapter ja. Passive DP → HDMI-Adapter funktionieren nur, wenn die Grafikkarte DP++ (Dual-Mode DisplayPort) unterstützt — bei modernen GPUs Standard. Für 4K @ 60 Hz oder mit HDR empfehlen wir aktive Adapter.

Wie viele Monitore an einem DP-Ausgang via MST?

Mathematisch begrenzt durch die Bandbreite: DP 1.4 (32,4 Gbit/s) reicht für 2× 4K @ 60 Hz oder 4× Full HD @ 60 Hz. DP 2.1 (80 Gbit/s) erlaubt 2× 8K @ 60 Hz oder 4× 4K @ 120 Hz.

USB-C oder DisplayPort am Notebook?

USB-C mit DP Alt-Mode ist elektrisch identisch zu DisplayPort. Für externe Monitore am modernen Notebook ist USB-C der bequemere Weg (nur ein Kabel für Bild + Strom + Daten). Vorteil bei DP nur beim Verriegelungs-Klemmsystem.

Was ist DSC (Display Stream Compression)?

Ein verlustarmes Kompressionsverfahren der VESA. Ermöglicht es, höhere Auflösungen oder Bildraten über vorhandene Bandbreite zu schicken. Für das Auge praktisch unsichtbar, daher kein Qualitätsverlust. Wird ab DP 1.4 unterstützt und ist Voraussetzung für 8K-Anzeige.

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