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Ratgeber für Elektroinstallationen - Verlegesysteme und Sicherungsmaterial

 

Verlegesysteme

Kabelkanäle und Installationsrohre

Wenn Stemm- bzw. Fräsarbeiten oder große Kabelbündel vermieden werden sollen, kommen meist Kabelkanäle oder Aufputzrohre in Einsatz. Abhängig von der Anzahl der Leitungen die verstaut werden sollen, sind die Kabelkanäle in verschiedenen Größen erhältlich. In der Regel werden Kabelkanäle verschraubt, jedoch ist die Befestigung auch mit Dübelstecknägeln möglich, sofern in das Untermaterial vorgebohrt wurde. Kleinere Kabelkanäle können auch mit doppelseitigem Klebeband befestigt werden, wenn das Untermaterial geeignet ist.

Feste Verlegerohre werden meist bei Aufputzinstallationen in Garagen oder in Kellerräumen verwendet. Diese Rohre werden mit Klemmschellen befestigt, die an die Wand geschraubt werden. Wenn mehrere Rohre miteinander verbunden werden sollen, helfen Steckmuffen bei der sicheren Verbindung. Für Ecken oder Bögen werden gibt es vorgefertigte Rohre, beispielsweise mit einem 90° Knick. Diese Bogenelemente werden ebenfalls mit den Steckmuffen an andere Aufputzrohre verbunden.

Für die Unterputzinstallation werden überwiegend flexible Rohre verwendet. Zur Fixierung in der vorgefrästen Nut werden Steckschellen oder Mauernutschellen verwendet. Diese können mehrere Rohre gleichzeitig in der Nut befestigen.

Beim Zuschneiden von Isolierrohren sollte darauf geachtet werden, das einzelne Abschnitte des Rohres nicht zu lang werden, damit das Einziehen einer Leitung nicht zu umständlich wird. Zudem sollten Ecken bzw. „Kurven“ nicht einknicken, da auch das zu Behinderungen bei der Leitungsverlegung führen kann. Um sich das Verlegen einer Leitung zu erleichtern können Einziehwellen verwendet werden.

 

Kennzeichnung der Installationsrohre

Installationsrohre gibt es in verschiedenen Klassifizierungen, da jeweilige Rohre nicht für jeden Einsatzbereich geeignet sind. Installationsrohre werden nach Druckfestigkeit, Schlagfestigkeit und den Gebrauchstemperaturen klassifiziert und anschließend mit einem vierstelligen Code versehen:

 

1. Ziffer: Druckfestigkeit 2. Ziffer: Schlagfestigkeit

1

sehr leicht
(125 N)

1

sehr leicht
(0,5 Kg/100mm)

1

+5°C

1

+60°C

2

Leicht (320 N)

2

Leicht
(1,0 Kg/100m)

2

-5°C

2

+90°C

3

Mittel (750 N)

3

Mittel
(2,0 Kg/100mm)

3

-15°C

3

+105°C

4

Schwer (1250 N)

4

Schwer
(2,0 Kg/300mm)

4

-25°C

4

+120°C

5

Sehr schwer
(4000 N)

5

Sehr schwer
(6,8 Kg/300mm)

5

-45°C

5

+150°C

 

 

Beispiel: 2221

2- leichte Druckfestigkeit
2- leichte Schlagfestigkeit
2- min. Gebrauchstemperatur bei -5°C
1- max. Gebrauchstemperatur bei +60°C

 

Einsatzgebiete von Installationsrohren

 

Alle Installationsrohre, egal ob starr oder flexibel, sind mit Außendurchmessern von 16mm, 20mm, 25mm und 32mm verfügbar.

 

 

Verbindungsmaterial

Mithilfe von Schraubklemmen kann man innerhalb einer Abzweigdose verschiedene Leiter miteinander verbinden. Dosenklemmen werden oft mit Lüsterklemmen verwechselt, jedoch ist zu beachten, dass Lüsterklemmen immer mit zwei Klemmschrauben und zwei Polen verwendet werden, während Dosenklemmen aus mehr als 2 Polelementen bestehen können. Darüber hinaus sind Dosenklemmen in verschiedenen Größen und Farben erhältlich, damit auch größere Leitungsquerschnitte problemlos verbunden werden können. Die Farbgebung der Klemmen dient lediglich dem einfachen Differenzieren verschiedener Dosenklemmen.

Steckklemmen sind ideal für eine berührungsgeschützte und schnelle Verbindung von mehreren, je nach Ausführung bis zu acht Leiter. Diese Steckklemmen sind nur für starre Leiter geeignet, da flexible Leiter sich nicht in die Klemme stecken lassen. Eine Verbindungsklemme ist mit einem Sicherungshebel ausgestattet, der das entfernen und einstecken einer Leitung vereinfacht. Ist der Hebel geöffnet lassen sich Leiter einfach einstecken und herausnehmen. Um einen Leiter sicher in der Klemme zu befestigen wird der Hebel nach einstecken des Leiters eingeklappt. Der Vorteil dieser Klemme liegt darin, dass jeder Leiter, egal ob starr oder flexibel, in dieser Klemme verbunden werden kann.
Ähnlich zu einer herkömmlichen Steckklemme gibt es auch Micro-Dosenklemmen, die nur für Schwachstrominstallationen zugelassen, jedoch ideal dafür geeignet sind.
Leuchtenklemmen sind einpolige Steckverbindungen mit gegenüberliegenden Öffnungen die dafür verwendet werden, massive bzw. starre Leiter mit flexiblen zu verbinden. Die Befestigung erfolgt über eine Art Quetschmechanismus innerhalb der Klemme ohne jegliche Verschraubung.
Universalklemmen sind meist transparente Verbindungselemente, in denen Leitungen mit verschiedenen Leitungsquerschnitten miteinander verbunden werden können. Um Leiter aus solchen Klemmen zu entfernen muss kein Verriegelungsmechanismus o.Ä. betätigt werden, da sich die Leiter durch drehen und ziehen aus der Klemme entfernen lassen.

Wichtig: Damit es nicht zu ungewollten Kontakten zwischen zwei oder mehreren abisolierten Leitern kommt, sollten diese nicht mehr abisoliert werden, als nötig ist. Idealerweise sollten keine blanken Drähte aus der Klemme hervorstehen.

 

 

Sicherungsmaterial

Kleinverteiler

In kleineren Verteilerkästen werden üblicherweise Reiheneinbaugeräte, wie beispielsweise Fehlerstromschutzschalter, Leitungsschutzschalter, Zeitschalter, Fernschalter und Klingeltransformatoren untergebracht. Unterschieden wird zwischen Kleinverteilern für Aufputz- und Unterputzinstallationen in feuchten und trockenen Räumen. Wird ein Verteiler in einem Feuchtraum installiert müssen die Leitungseinführungen mit Kabelverschraubungen oder Würgenippeln wasserfest abgedichtet werden. Die jeweiligen Nippel oder Verschraubungen müssen bei der Installation dem Außendurchmesser der einzuführenden Leitung angepasst werden. Wie auch bei Verbindungsklemmen ist es hier essenziell, dass die Ummantelung in das Verteilergehäuse hineinragt und nicht außerhalb des Gehäuses endet, damit blanke Leiter nicht in Kontakt mit Feuchtigkeit kommen.
In Mehrfamilienhäusern werden oft für die einzelnen Wohnungen Unterverteiler, auch als Stromkreisverteiler bezeichnet, installiert. Erst von den jeweiligen Unterverteilern werden die Leitungen in die Wohnungen geführt, wo sie als Dosen oder Schalter enden. Herkömmliche Unterverteiler bieten in den einzelnen Reihen Platz für bis zu 12 Reiheneinbaugeräte, wie beispielsweise Leitungsschutzschalter. Werden einzelne Einheiten nicht benötigt, können diese mit einem Abdeckstreifen verschlossen werden.

Der Vorteil von Verteilerkästen ist der, dass kurze Wege innerhalb des Stromkreises zu den Verbrauchern, wie beispielsweise Waschmaschine oder Herd, entstehen. Bei der verwendeten Größe von Verteilerkästen sollte darauf geachtet werden, dass genügend Platz für mögliche Erweiterungen zu Verfügung steht.

 

Schmelzsicherung

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Schmelzsicherungen: Zum einen die Schmelzsicherung für Hausinstallationen und zum anderen die Feinsicherungen für den Geräteschutz (Bsp. Messgerät).
Schmelzsicherungen unterbrechen bei einer Überlast den Stromfluss, indem der stromführende Leiter innerhalb der Sicherung abschmilzt. Diese Sicherungen müssen nach dem „durchbrennen“ ausgewechselt werden, damit der betroffene Stromkreis wieder voll funktionsfähig ist. Wichtig ist hierbei, eine Sicherung zu verwenden, die den gleichen Nennstrom wie die vorherige hat.

Bei den Schmelzsicherungen für die Hausinstallation wird zwischen zwei verschiedenen Systemen unterschieden. Zum einen gibt es das schon in die Jahre gekommene Diazed-System und das neuere Neozed-System.
Diese Systeme setzen sich aus denselben Komponenten zusammen: Einem auf einer Hutschiene Montierter Sicherheitssockel, einem Schmelzeinsatz (Sicherungspatrone), einem Passeinsatz und den Schraubkappen mit Sichtfenster.

 

System

Größe des Schmelzeinsatzes

Nennstrom

Nennspannung

Gewinde der Schraubkappen

D-System (Diazed)

DII

DIII

2 bis 25A

35 bis 63A

500 VAC,

500 VDC

E27

E33

D0-System

(Neozed)

D01

D02

2 bis 16A

20 bis 63A

400 VAC,

400 VDC

E14

E18

 

Schmelzeinsätze weisen Aufschriften für Nennstromstärke, Nennspannung und Betriebsspannung (meist gL für „Ganzbereichs- Kabel- und Leitungsschutz“) auf. Darüber hinaus sind am Kennmelder am Kopfkontakt Farbcodierungen angebracht. Mithilfe dieser Farbcodierung kann die Nennstromstärke von einem Schmelzeinsatz schnell und unkompliziert erkannt werden. Auch die Funktionsfähigkeit kann anhand des Kennmelders analysiert werden. Fehlt oder hängt dieser heraus ist die Sicherung bzw. der Schmelzleiter durchgebrannt. Der Passeinsatz und der Kennmelder sind mit der gleichen Farbe codiert.

 

Nennstrom in A

2

4

5

6

10

20

25

35

50

63

Kennfarbe

Rosa

Braun

Grün

Rot

Grau

Blau

Gelb

Schwarz

Weiß

Kupfer

 

 

 

Feinsicherungen

Feinsicherungen sind meist kleine Keramik- oder Glasrohre mit Metallkappen an den Enden, zwischen denen sich ein Schmelzleiter befindet. Diese Sicherungen werden in Sicherungshalter eingesetzt. Solche Feinsicherungen gibt es in verschiedenen Maßen, in Europa ist aber das 5x20 mm Format am meisten verbreitet.
Feinsicherungen haben verschiedene Auslöse-Charakteristiken, die je nach Verwendungszweck eingesetzt werden:

 

Aufschrift

Auslöse-Charakteristik

FF

Superflink

F

Flink

M

Mittelträge

T

Träge

TT

Superträge

 

 

Typische Aufschriften

Aufschrift

Bedeutung

Auslöse-

Charakteristik

Nennstrom

Nennspannung

F 1/250

Flink, 1 A, 250 V

Flink

1 Ampere

250 Volt

M 2 250 V

Mittelträge, 2 A, 250 V

Mittelträge

2 Ampere

250 Volt

T.1/250 V

Träge, 0,1 A, 250V

Träge

0,1 Ampere

250 Volt

 

Wichtig: Schmelzsicherungen dürfen nie überbrückt oder geflickt werden. Zudem darf eine Sicherung niemals durch eine andere Sicherung mit einer größeren Nennspannung ersetzt werden!

 

Leitungsschutzschalter (LS-Schalter)

LS-Schalter unterbrechen den Stromfluss innerhalb eines Stromkreises, wenn es zu einer Überlastung oder einem Kurzschluss kommt, sprich bei Überschreiten der Nennstromstärke oder zu großen Stromfluss. Dank dem einfach zu betätigenden Sicherungsschalter lässt sich eine Sicherung einfach aus und einschalten.
Die Leitungsschutzschalter werden auf einer Hutschiene montiert und lassen sich dank einer Schnappvorrichtung einfach lösen.

In Wechselstromkreisen mit einer Phase werden LS-Schalter mit einem Pol benutzt. Dreiphasige Stromkreise (Drehstromkreise) werden mit 3-poligen LS-Schaltern gesichert. Auch wenn nur auf einer Phase von drei ein Überstrom fließt schalten alle drei Pole ab.

Leitungsschutzschalter besitzen meist eine B- oder C- Charakteristik. Typ B dient zur Verwendung in der Hausinstallation. Schalter mit Typ C werden zum Schutz von Geräten eingesetzt, die starke Anlaufströme benötigen (z.B. Motoren). Auch hier ist die Auslösecharakteristik und die Nennstromstärke auf dem jeweiligen LS-Schalter gekennzeichnet.

Damit ein weiteres Auslösen des LS-Schalter verhindert werden kann, sollte vor Wiedereinschalten des LS-Schalters die Ursache für das Auslösen festgestellt werden.

 

Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter)

FI-Schalter sichern Stromkreise auf eine spezielle Art ab. Diese Schalter unterbrechen den Stromfluss innerhalb eines Kreislaufs, wenn der zurückfließende Strom kleiner ist, als de einfließende Strom. Dieses Szenario kann vorkommen, wenn ein Isolationsfehler an einer Leitung oder in einem Gerät auftritt. Damit also ein FI-Schalter auslöst muss ein Nennfehlerstrom erkannt werden. Wie auch beim LS-Schalter lässt sich der FI-Schalter mithilfe des Betätigungshebels ein- und ausschalten. Auch die Befestigung ist dank der Schnappvorrichtung dieselbe, wie bei den LS-Schaltern.

Einphasige Wechselstromkreise sind mit 2-poligen FI-Schaltern gesichert, während dreiphasige Drehstromkreise 4-polig sind. Auch hier schalten alle Pole ab, sollte eine Phase einen Fehlerstrom führen.
Um einen Berührungsschutz für Personen zu gewährleisten, werden die meisten FI-Schalter mit 30mA Nennfehlerstrom verbaut. Der jeweilige Nennfehlerstrom und die Nennstromstärke sind auf dem Schalter selbst gut erkenntlich angebracht.

Um die ständige Funktionsfähigkeit zu prüfen, sind FI-Schalter mir einer Prüftaste T ausgestattet. Diese sollte etwa einmal im Monat betätigt werden, um sich der einwandfreien Funktion zu vergewissern.

 

Stromstoß-Schalter

Stromstoßschalter werden oft verwendet, um in Fluren und Eingangsbereichen aufwändige Wechsel- bzw. Kreuzschaltungen zu ersetzen. Der sog. Fernschalter wird meist an einer zentralen Stelle, beispielsweise im Verteilerkasten, verbaut. Dieser wird durch einen kleinen Stromimpuls, z.B. durch das Drücken eines Schalters, betätigt. Der Stromfluss zu der angeschlossenen Beleuchtung wird daraufhin geschlossen oder getrennt.
Stromstoßschalter gibt es in mehreren Installationsvarianten, um diese an verschiedenen Orten anbringen zu können. Zum einen gibt es eine Ausführung, die sich an einer Hutschiene in einem Verteilerkasten installieren lässt, und zum anderen eine Ausführung die sich in Unterputzdosen verbauen lässt.
Die jeweilige Spannung, die benötigt wird, damit der Stromstoßschalter auslöst ist auf der Vorderseite des Bauteils angebracht.

 

Treppenlichtzeitschalter

Zeitschalter lassen sich Ideal in Verbindung mit Garagen- oder Außenbeleuchtung verwenden. Anders als bei Stromstoßschaltern lassen sich bei Treppenlichtzeitschaltern der Zeitpunkt des Ein- und Ausschaltens und die Dauer des Ein-Zustandes einstellen. Jedoch werden diese Schalter genau wie Stromstoßschalter mittels eines Tasters betätigt. Wenn der Taster vor Ablaufen der eingestellten Zeit betätigt wird, ist der Timer damit erneuert.

 

Nachlaufschalter

Nachlaufschalter werden vor allem in innenliegenden Bädern verwendet, wenn eine Abluftanlage mit dem Einschalten des Lichts anlaufen soll, aber erst einige Minuten nach dem Licht ausgehen soll.
Nachlaufschalter haben zwei Einstellungsmöglichkeiten. Die erst bestimmt den Zeitpunkt, wann die Abluftanlage nach einschalten des Lichts aktiv werden soll und die zweite Schaltmöglichkeit gibt an, wie lange der Lüfter nach Ausschalten des Lichts noch weiterlaufen soll.
Die Installation eines Nachlaufschalters erfolgt im Verteilerkasten auf einer Hutschiene und wird mit dem Schalter für die Raumbeleuchtung gekoppelt.

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