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All-IP: Die 9 größten Mythen zu VoIP und Co.

Telefonistinnen beim Telefonieren über VoIP (All-IP)

Schon seit einiger Zeit werden Kunden großer Telekommunikationsunternehmen wie der Telekom mit einer Kündigung von alten Telefonanschlüssen konfrontiert. Die Verunsicherung über den weiteren Betrieb von Telefon, Fax und Internet ist dabei allgegenwärtig. So entstanden in jüngster Zeit auch einige Mythen rund um das Thema All-IP. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, diese Mythen genau zu untersuchen und erklären Ihnen, warum Sie vor der neuen All-IP-Technik keine Angst haben müssen. Doch fangen wir zunächst mit einer Begriffserklärung an:

Als All-IP bezeichnet man die Umstellung von Telefonanschlüssen von Analog/ISDN auf die IP-basierte Übertragung. Die Leitungen bleiben dabei erhalten. Lediglich die Art der Übermittlung, hin zum Netzwerkprotokoll durch Paketvermittlung wird geändert.

 

Ziel der Deutschen Telekom ist es, bis 2018 all ihre Kunden auf die IP-Telefonie umzustellen. Für Privatkunden ist die Umstellung von Analog auf IP schon in vollem Gange, was nicht in allen Fällen Begeisterung hervorruft. Immer wieder kommt es zu Ausfällen im IP-Netz und Berichten über fehlgeschlagene Umstellungsversuche. Auch ein Großteil der geschäftlichen Kunden betrachtet diesen Umstieg als problematisch, da der Wechsel zur Internettelefonie häufig als schwierig und umständlich beschrieben wird. Ob es sich hierbei um Einzelfälle handelt oder die breite Masse von Umstiegsproblemen betroffen ist wird allerdings nicht klargestellt.
Hier klären wir die 5 größten Mythen über den All-IP-Wechsel.

 

1. Mythos: Durch den Umstieg auf All-IP sinkt der Wert von TK-Anlagen und ISDN-Endgeräten erheblich

Das „alte“ ISDN-Equipment lässt sich mit entsprechenden Gateways problemlos weiterverwenden, jedoch ist diese Lösung nur für eine Übergangszeit empfehlenswert, da eventuelle Leasingverträge ablaufen. Somit sind ISDN-Geräte allgemein Auslaufmodelle, da es keine Weiterentwicklung gibt. Zudem werden Ersatzteile auch nicht mehr in größeren Mengen nachproduziert, womit eine nötige Reparatur bei einem Ausfall oder Defekt nicht immer möglich ist. Darüber hinaus wird es in Zukunft auch an Personal mangeln, dass sich mit dem ISDN-Standard auskennt, bzw. darin ausgebildet ist.
Bestehen Sie als Kunde jedoch darauf Ihr ISDN-Equipment weiterhin zu behalten können wir nur einen langfristigen Migrationsweg mithilfe von Hybrid-TK-Anlagen empfehlen, welche sich als ISDN- sowie IP-Telefone benutzen lassen.

 

2. Mythos: Das Fax ist das größte Problem

Die meisten Netzbetreiber bieten das T.38 Protokoll an, welches den Faxversand über eine IP-Leitung problemlos ermöglicht. Es kann teilweise zu Kompatibilitätsproblemen mit sehr alten Faxgeräten kommen, grundsätzlich ist die einwandfreie Funktion aber gegeben, wenn auch nur mit reduzierter Bandbreite. Wer sich der Funktion seines Faxgerätes zu 100% sicher sein will, kann sein herkömmliches Faxgerät mit einem Analogadapter ausstatten um es an einem IP-Anschluss weiter zu betreiben. Kunden, die verhältnismäßig wenig Faxe verschicken sind auch mit einem Webfax-Dienst gut ausgestattet.
Erheblich größere Probleme können jedoch Türsprecheinrichtungen, Alarmanlagen, Aufzugtelefone und Kartenterminals machen, da diese zur Signalisierung sog. parasitäre Protokolle verwenden, die nicht einmal zur Verwendung in einem ISDN-Netz gedacht waren. In solchen Fällen ist eine Anschlussmöglichkeit an das IP-Netz über einen Adapter praktisch ausgeschlossen, womit die gesamte Infrastruktur ersetzt werden muss.

 

3. Mythos: ISDN ist sicherer als VoIP

Die Kommunikation via IP lässt sich verschlüsseln und so übertragen, dass sie nicht weniger sicher ist, als die Kommunikation über ISDN. Voraussetzung dafür ist, dass der Anbieter über ein eigenes Sprach-IP-Netz verfügt und den Sprachverkehr nicht über das öffentliche Internet leitet. Darüber hinaus kann per TLS (Transport Layer Security) die Signalisierung abgesichert und der eigentliche Inhalt eines Gesprächs mit dem Secure Realtime Protocol (SRTP) verschlüsselt werden. Abhängig von der Anbindung kann die Authentifizierung über eine feste IP oder einen Log-In erfolgen, wobei hier die feste IP-Adresse den besten Schutz vor Missbrauch darstellt.
Ein wesentliches Sicherheitsrisiko stellen jedoch die TK-Anlagen dar (egal ob IP oder nicht), da diese für Wartungen und Konfigurationen von außen erreichbar sein müssen. Solche Zugänge waren und sind oft nur mehr oder weniger ausreichend abgesichert.
Neben den Zugängen gibt es aber noch ein weiteres Sicherheitsrisiko, das sich Firmware nennt. Die meisten IP-Telekommunikationsanlagen arbeiten mit Betriebssystemen auf Linux-ähnlicher Basis und sind somit, wie jede Software, von Hackern gefährdet. Eine solche Sicherheitslücke machte 2014 Schlagzeilen, als es Kriminellen gelang, über die Fritz!Box-Firmware Gespräche ins Ausland und zu Premiumdiensten aufzubauen, was sich in hohen Rechnungssummen für die Betroffenen wiederspiegelte.

 

4. Mythos: 2018 ist die Deadline für ISDN

Falsch! Viele Anbieter kündigten bereits an, ISDN nach 2018 weiterhin zu unterstützen. Bis 2020 wollen Versatel, M-Net und EWE Tel den ISDN-Standard beibehalten. Vodafone nimmt sich vor, erst 2022 ISDN abzuschaffen, während O2 den dauerhaften Betrieb von ISDN-TK-Anlagen über IP-Anschlüsse ermöglichen will. Jedoch ist und bleibt ISDN ein Auslaufmodell. Wer von diesem Standard noch nicht ablassen möchte kann durch einen Wechsel zu einem der genannten Anbieter die Umrüstung herauszögern, allerdings bliebe dies nur mittelfristig eine Lösung.

 

5. Mythos: Der Umstieg auf IP hat noch Zeit

Mit dem Umstieg bis 2018 zu warten ergibt wenig Sinn, da es ab diesem Zeitraum zu erhöhter Nachfrage nach Equipment und somit erheblichen Engpässen kommen wird. Zudem werden verbleibende Servicetechniker und Dienstleister überlastet sein, wodurch es für Kunden länger dauern wird, Ausfälle oder andere Defekte zu beheben. Des Weiteren möchte die Deutsche Telekom nicht ab 2018 anfangen, ISDN-Verträge umzustellen, sondern ist schon mitten in dem Umstellungsprozess, der bis 2018 abgeschlossen sein soll!

 

6. Mythos: VoIP bring kaum Vorteile mit sich

Im Gegenteil! Eine Umstellung auf VoIP resultiert nicht nur in einer Aufrüstung der TK-Anlage, sondern auch in einer einfacheren Handhabung. Da Sprache und Daten nun in einer Anlage integriert sind, lässt sich das Telefon nun mit dem Computer für Videokonferenzen, Besprechungen oder Online-Meetings verwenden, was zu einem positiven Kundenerlebnis führen kann.
Darüber hinaus sind Sie dank VoIP immer und überall erreichbar. Telefonieren wird wie E-Mails checken, nämlich völlig ortsunabhängig. Sie können sich, egal wo Sie sich befinden, einfach mit ihren Zugangsdaten einloggen und somit ihre Festnetznummer mit ihrem Handy verknüpfen. Somit verpassen sie keine Anrufe mehr.

 

7. Mythos: Die Sprachqualität bleibt die gleiche

VoIP bringt völlig neue Sprachstandards mit sich. Dank HD-Voice können Sie ihr Telefonat in exzellenter Sprachqualität führen. Durch die neue Übertragungstechnik sind die Stimmen der Gesprächsteilnehmer wesentlich deutlicher zu verstehen.

 

8. Mythos: VoIP ist teuer

Die einmaligen Anschaffungskosten einer IP-fähigen TK-Anlage mögen nicht gering sein, vorausgesetzt, man möchte sich eigene Hardware zulegen. Dank Cloudhostern ist die Anschaffung eigener Hardware überflüssig, da Provider das Hosting in ihren eigenen Rechenzentren übernehmen können. Somit ist ihre IP-Telefonie komplett webbasiert und bedarf keiner Wartung oder Stromkosten mehr. Zudem sind die Unterhaltskosten einer IP-Anlage bis zu 62% günstiger als die einer ISDN-Anlage. Gesprächstarife und andere Flatrates ins In- und Ausland sowie in den Mobilfunk werden wesentlich günstiger angeboten. Darüber hinaus sind interne Telefonate komplett kostenlos. Führen Sie also ein Unternehmen an mehreren Standorten, welche alle beim selben VoIP-Anbieter sind, können all Ihre Mitarbeiter kostenlos untereinander kommunizieren.

 

9. Mythos: Die Installation von VoIP-Geräten ist kompliziert

Ein VoIP-Telefon in das Netz einzubinden bedeutet nichts anderes als Plug&Call. Über die Benutzeroberfläche im Webbrowser können Sie nun Ihre Telefonanlage ganz nach Belieben erweitern und konfigurieren.

 

Fazit:

Wir haben Ihnen in 9 Mythen dargelegt, dass Sie vor der All-IP keine Angst haben müssen und All-IP darüber hinaus auch viele Vorteile wie eine dauerhafte Kostenersparnis bieten kann. Sollten Sie noch über analoge oder ISDN-Anschlüsse verfügen, gehen Sie aktiv an die Umstellung heran. So profitieren auch Sie von der neuen Technik und können wieder beruhigt schlafen.

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