Glasfaserkabel vs. Kupferkabel: 8 Vorteile von Glasfaserkabeln gegenüber Kupferkabeln?

Glasfaserkabel ist die aktuell modernste Kabeltechnologie die uns zur Verfügung steht.
Es ist das meistgenutzte Medium für neue große Kabelinstallationen – oder um alte bestehende Installationen aufzurüsten. Die großen Backbonenetzwerke funktionieren alle mit Glasfasertechnologie. Doch wo sind die Vorteile des “gläsernen Kabels”? Wir zeigen sie Ihnen.

 

Größere Bandbreite

Das typische Glasfaserkabel hat eine Durchschnittsperformance von bis zu 10Gbps und mehr. Das schlägt Kupferkabel natürlich um Längen. Mehr Bandbreite bedeutet, dass das Kabel bei gleichem Querschnitt mehr Informationen pro Sekunde transportieren kann. Gerade in der heutigen Zeit in der das Internet rasend schnell wächst, geradezu explodiert, ist größere Bandbreite von sehr hoher Bedeutung.

Zu beachten ist, dass die Glasfaser-Geschwindigkeit vom verwendeten Faserntyp abhängig ist. Single-mode Fasern bieten die größte Bandbreite an.

Laser-optimierte OM3 50-my Kabel haben eine EMB (Effective Modal Bandwidth) von 2000 MHz/km. Laser-optimized OM4 50-my Kabel haben eine EMB von 4700 MHz/km.

Tabelle Multimode LWL, Typen und Standards

 

Glasfaserkategorien

Die großen Backbones verwenden Glasfasertechnologie bereits seit der Jahrtausendwende aber so langsam kommt die Technologie immer näher beim Kunden an. Dies wird in verschiedene Kategorien wie FTTC ( Fibre to the Node – Bis zum nächsten Verteiler), FTTB (Fibre to the Basement – Bis ins Gebäude) , FTTH (Fibre to the Home – Bis in die Wohnung) und FTTD (Fibre to the Desk – Bis auf den Bürotisch) aufgeteilt, je nach Nähe.

 

Geschwindigkeit und Distanz

Da das Fiberoptische Signal aus Licht ist, ergibt sich fast kein Signalverlust während der Übertragung. Daten können mit höherer Geschwindigkeit und auf längere Distanz durchs Kabel geschickt werden. Auch gibt es keine 100 Meter Beschränkungen wie bei ungeschirmtem Twisted-Pair Kupferkabel. Natürlich hängen Reichweiten auch vom Glasfaserkabeltyp, der Wellenlänge und dem Netzwerktyp ab – Die Distanzen sind aber wesentlich höher (von 550 Metern im 10 Gbps Multimode bis hinzu 40 Kilometern bei Singlemode-Kabel).

Tabelle LWL-Netzwerkstandards

 

Sicherheit

Glasfaser-Prüfung mit Visual Light Source PenDaten im Glasfasersystem sind sicher. Wirklich sicher. Extrem sicher. Glasfaserkabel strahlen keine Signale aus und sind extrem schwierig anzuzapfen. Und sollte es tatsächlich jemand schaffen, Ihr Glasfasersystem anzuzapfen, bemerken Sie es sofort. Dann verliert es nämlich Licht und das gesamte System zeigt Fehlfunktionen. Wenn man versucht, die physikalische Sicherheit Ihres Glasfasernetzes zu unterlaufen, werden Sie es merken.

Glasfasernetze ermöglichen es auch, die gesamte elektronische Ausstattung und Hardware zentral an einem Punkt unterzubringen, anstatt die Technik in verschiedenen Verteilern und Schränken zu platzieren.

 

Immunität und Zuverlässigkeit

Glasfaserkabel stellen eine extrem zuverlässige Übertragung bereit. Es ist komplett immun gegen sämtliche Arten von Umwelteinflüssen, die Kupferkabel beeinträchtigen würden. Der Kern ist aus Glas, einem nicht leitfähigen Material – Eine Spannungschwankung, wie z.B. durch Blitzeinschläge, die bei Kupferkabel Ihre teure Hardware zerstören würde, macht gar nichts aus. Außerdem sind sämtliche elektromagnetische Interferenzen wie Funkstörungen (EFI/RFI) durch Sender, Drucker und sonstigem industriellem Gerät kein Thema – Glas ist nicht leitfähig. Ebenso gibt es keine Impedanzprobleme und kein Crosstalk-Phänomen (Nebensprechen). Gegen Temperaturfluktuationen sind die Fasern aus Glas genauso gut gewappnet wie gegen Nässe und Feuchtigkeit, ganz im Gegensatz zu Kupferleitungen.

 

Physische Eigenschaften / Glasfaser-Design

Eine Aufbau einer GlasfaserGlasfaser ist leicht, dünn und langlebiger als Kupfer. Wenn man bei Kupferkabelnetzwerken größere Bandbreiten und Geschwindigkeiten erreichen will, muss ein höherwertiges Kabel verwendet werden. Diese sind typischerweise schwerer, haben einen größeren Querschnitt und brauchen mehr Platz in Kabelkanälen. Beim Glasfaserkabel gibt es nicht so gravierende Unterschiede wie beim Kupfer, um doppelte Geschwindigkeit zu erreichen. Die Unterschiede sind nur sehr fein und gering. Die Zugspezifikationen von Glasfaserkabeln sind ca. 10 mal höher als bei Kupfer, abhängig vom spezifischen Kabel. Durch die geringere Größe ist es einfacher zu handhaben und es nimmt viel weniger Platz in Kabelkanälen ein. Außerdem ist eine Glasfaser leichter zu prüfen als ein Kupferkabel.

 

Migration

Durch niedrige Kosten von Medienkonvertern wird einem die Migration von Kupfer zu Glasfaser sehr einfach gemacht. Die Wandler bieten eine nahtlose Verbindungen und ermöglichen die Nutzung der vorhandenen Hardware. Glasfaser kann bei geplanten Erweiterungen in das Netzwerk eingebunden werden. Darüber hinaus wird, mit dem Aufkommen von 12- und 24-Strang MPO Kassetten, die Planung und Zukunftssicherheit für 40- und 100-GbE-Netzwerke wesentlich einfacher.

 

Feld-Konfektionierung

Obwohl es deutlich schwieriger ist Glasfasern zu spleissen und zu terminieren, erleichtern es die Fortschritte in der Technologie heutzutage sehr, die Fasern im Feld zu konfektionieren. Schnell-Spleißgeräte ermöglichen mit Auto-Alignments ein schnelles und genaues Spleißen. Die Verwendung von Pigtails und vorkonfektionierten Glasferkabeln machen Feldverbindungen heute schnell und einfach.

 

Kosten

Die Kosten für Glasfaserkabel, die nötige Hardware und passende Komponenten sind in den letzten Jahren stetig gefallen. Im großen und ganzen ist die kurzfristige Anschaffung von Glasfaser vielleicht teurer, aber auf lange Sicht lohnt es sich sicher. Glasfaser hat nämlich geringere Wartungskosten, weniger Ausfallzeiten und braucht weniger Hardware.

 

Fazit

Wer früh genug in Glasfasertechnologie investiert, wird keine negativen Folgen davontragen. Im Gegenteil: Glasfaser wird immer wichtiger und ist auf jeden Fall die Ablösung für sämtliche Kupferinstallationen – Auf lange Sicht.

 

Glasfaser-Konfektionierung